Mehr als zwei Millionen Schweizerinnen und Schweizer zeigen Anzeichen einer Smartphone-Sucht

 

Fast ein Drittel der Bevölkerung in der Schweiz – mehr als zwei Millionen Menschen – weist deutliche Anzeichen einer Smartphone-Abhängigkeit auf. Dies geht aus einer Studie

hervor, deren Ergebnisse die Preisvergleichsplattform Comparis am Dienstag veröffentlicht hat.

Bei weiteren sieben Prozent der Bevölkerung sind die Symptome der sogenannten Nomophobie besonders ausgeprägt. Darunter versteht man die Angst oder das Unwohlsein, das entsteht, wenn jemand ohne Smartphone oder ohne Zugang zum Mobilfunknetz auskommen muss.

Smartphones gehören mittlerweile zum Alltag nahezu aller Jugendlichen und Erwachsenen in der Schweiz. Die Untersuchung zeigt jedoch, dass insbesondere jüngere Menschen gefährdet sind. In der Altersgruppe der 16- bis 35-Jährigen treten Anzeichen einer Smartphone-Abhängigkeit deutlich häufiger auf als bei älteren Menschen.

Fast die Hälfte der Befragten dieser Altersgruppe weist entsprechende Symptome auf: Bei 40 Prozent sind die Anzeichen deutlich, bei weiteren acht Prozent besonders stark ausgeprägt.

In der Altersgruppe zwischen 36 und 55 Jahren zeigen rund ein Drittel der Befragten deutliche Anzeichen einer Abhängigkeit. Bei den über 56-Jährigen ist es etwa jede fünfte Person.

Wie stark das Mobiltelefon den Alltag bestimmt, zeigt auch eine von Ikea durchgeführte Umfrage. Demnach gehen fast 60 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer nicht ohne ihr Smartphone ins Bett. Bei den Erwachsenen ab 18 Jahren steigt dieser Anteil sogar auf 79 Prozent.

Auch zwischen den Sprachregionen der Schweiz bestehen erhebliche Unterschiede. In der französischsprachigen Schweiz zeigen 37 Prozent der Bevölkerung deutliche Anzeichen einer Nomophobie. In der Deutschschweiz liegt der Anteil dagegen bei 28 Prozent.

Bei einzelnen Symptomen fallen die Unterschiede noch grösser aus. So verspüren 42 Prozent der französischsprachigen Bevölkerung Angst bei der Vorstellung, einen ganzen Tag ohne Smartphone verbringen zu müssen. In der Deutschschweiz trifft dies auf 29 Prozent der Befragten zu.

Der Digitalexperte Jean-Claude Frick sieht in diesen Ergebnissen einen Hinweis auf unterschiedliche Nutzungsgewohnheiten. Die deutlichen Unterschiede zwischen den Sprachregionen spiegelten wider, wie stark digitale Geräte in den Alltag integriert seien.

Menschen in der französischsprachigen Schweiz nutzten soziale Netzwerke und digitale Dienstleistungen wesentlich intensiver als die Bevölkerung in der Deutschschweiz. Dabei gehe es sowohl um die Informationsbeschaffung als auch um Unterhaltung.

Laut Comparis zeigt sich die Smartphone-Abhängigkeit bei der Hälfte der Befragten vor allem durch das ständige Kontrollieren des Geräts. Viele möchten sicherstellen, dass sie keine Nachricht und keinen Anruf verpassen.

An zweiter Stelle steht mit 35 Prozent der Stress, der entsteht, wenn das Smartphone gerade nicht griffbereit ist. Weitere 34 Prozent berichten von Nervosität, wenn der Akkustand des Geräts niedrig ist.

Die Untersuchung wurde im September 2026 vom Forschungsinstitut Innofact im Auftrag von Comparis durchgeführt. Befragt wurden 1'027 Personen im Alter zwischen 16 und 74 Jahren aus allen Sprachregionen der Schweiz.


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